20.9.2020 Mitikas – Kastos – Astakos – Mitikas

Zunächst noch ein Nachtrag zu gestern:

Abendessen mit Waldemar an der Marina Mitikas.

Heute früh wieder tolles Wetter. Sonne, Wärme und wieder Warmbadetag im Ionischen Meer.

Nach üppigem Frühstück war natürlich noch immer kein Wind zum Segeln aufgefrischt. Also los unter Motor in Richtung Kastos. Dort haben wir eine kleine „Inspektionsrunde“ im Hafen gedreht und sind von dort in östlicher Richtung auf Abstand zur Insel Kastos gefahren. Hier hat dann doch der Wind etwas aufgefrischt, so dass wir gleich mal Groß- und Focksegel gesetzt haben. Für unseren Katamaran waren uns die Segel ja eigentlich flächenmäßig deutlich zu klein, aber es ging doch gemütlich mit 3-5 Knoten endlich ohne Motor vorwärts.

Wir sind tatsächlich fast bis Port Marathia gesegelt, eine Ankerbucht am südwestlichen Zugang zur Bucht von Astakos. Dort wollten wir heute Ankern. Was der Wind auf dem Weg dorthin vermissen lassen hat, wurde jetzt nachgeholt ! Die Windstärke nahm deutlich zu und in der Ankerbucht sind Fallböen durchgezogen, bei denen unser Anker auch beim wiederholten Versuch nicht halten wollte.

Es war zwischenzeitlich schon fast 18 Uhr und wir haben uns für die sichere Alternative „Rückkehr nach Mitikas“ entschieden. Auch mit Hilfe des Autopiloten haben wir den kürzesten Weg gewählt und sind bei einbrechender Dunkelheit schon mit eingeschalteten Navigationslichtern in Mitikas zurück gewesen.

Dort hielt unser Anker am Strand gleich aufs erste Mal sicher, so dass um 20 Uhr das gemeinsame verdiente Ankerbier fällig war 🙂

Anschließend haben unsere Mädels ein supergutes Abendessen gezaubert, das mit Heißhunger verdrückt wurde.

Hier zum Abschluss heute noch die Strecke, die wir teilweise unter Motor und teilweise unter Segeln zurückgelegt haben:

31 Seemeilen (57,5 km) in 7 Stunden 8 Minuten Fahrtzeit

19.9.2022 Palairos nach Mitikas

Windfinder verspricht für heute kaum segelbare Bedingungen. Schwachwindig überwiegend aus westlichen Richtungen.

Da ist nach einem ausgiebigen Frühstück an Bord erst einmal Deck schrubben angesagt. Die Ankerkette hat gestern auf dem Vorschiff nach diversen Ankerversuchen „Spuren“ hinterlassen. Also schnell mal die Pütz (Eimer) geschnappt und Seewasser fassen und schwupp, hat sich der Knoten am Henkel gelöst und die Pütz ist im Wasser gelandet, um dort schnell mal zum Meeresgrund abzutauchen 🙁 Der Knoten war übrigens nicht von uns 🙂 Zum Glück haben wir Bernhard dabei, der das Teil gleich mal aus gut 7 Meter wieder an Bord geholt hat !

Der „Ausreißer“ ist wieder eingefangen !

Wir haben uns entschieden, zunächst in südlicher Richtung zu fahren und bei auffrischendem Wind Kalamos, Kastos oder Mitikas anzusteuern.

Der Anker wurde eingeholt und los ging es unter Motor auf Kurs 190 Grad.

Rudergänger Bernhard

Auf Höhe von Mitikas war noch immer kein Segelwind in Aussicht, so dass wir uns entschieden haben, Mitikas direkt unter Motor anzulaufen um dort unseren Segelkameraden Waldemar zu besuchen.

Also Kurswechsel auf 100 Grad und noch nördlich von Kastos auf Mitikas zugehalten.

Erst kurz vor Mitikas frischte der Wind etwas auf, so dass wir wenigstens mal unser Focksegel setzen und testen konnten.

Geankert haben wir am Strand westlich der Marina Mitikas auf gutem Ankergrund, so dass unser Anker diesmal auf den ersten Versuch ausgelegt war.

Es war noch früher Nachmittag und Zeit zum Baden.

Da Schwimmen bekanntlich hungrig macht, war ein ausgiebiger Nachmittagssnack mit griechischem Salat, Oliven, Käse, Wurst und anderen Leckereien fällig.

Danach Spülen und Geschirr aufräumen. Nun wollten wir aber Waldemar nicht mehr warten lassen. Das Dingi war schnell seeklar und ab ging es zur Marina Mitikas auf dem Seeweg. Dort angekommen, haben wir unser Beiboot an Waldemars Trimaran fest gemacht und haben dann gemeinsam mit Ihm am Strand bei Kaffee und Kuchen einen schönen kurzweiligen Nachmittag verbracht.

Luise und Moni haben noch unsere Vorräte in Mitikas aufgefüllt und gegen Abend waren wir an der Marina Mitikas noch gemeinsam mit Waldemar beim Abendessen, wo viel Seemannsgarn gesponnen – und natürlich mit Ouzo auf das freudige Wiedersehen angestoßen wurde.

Die Rückfahrt mit dem Dinghi bei Nacht (nur die Stirnlampe von Luise gab Licht) war problemlos und tatsächlich haben wir unsere Chios direkt wieder gefunden. Um 1 Uhr heute früh ging es dann ab in die Kojen.

17./18.9.2022 Yachtübernahme und erster Törn

Nachdem wir schon am Freitag sämtliche „Paperworks“ mit dem Vercharterer in Lefkada erledigt hatten, haben wir heute früh in Palairos aus unserem Appartement ausgecheckt, unser Gepäck nach Lefkada zum Vercharterer gebracht und um 10 Uhr Luise und Bernhard vom Flughafen Preveza abgeholt.

Wir mussten trotzdem noch bis fast 15 Uhr auf die Yachtübergabe an uns warten.

Unsere Chios, eine Lagoon 40, im Hafen von Lefkada.

Luise und Monika waren im Supermarkt um dort alles Notwendige für die kommende Woche einzukaufen. Es war nicht weit mit dem Einkaufswagen zur Chios und der Transport war ruck zuck von uns vieren bewältigt. Luise und Monika haben anschließend gebunkert und alles auf die beiden Kühlschränke und die Ablagemöglichkeiten verteilt.

Abends noch nett beisammen gesessen und dann ging`s gegen 12 in die Kojen.

Sonntag, 18.9.2022

Starker Wind ! Wir haben uns entschieden, den Kanal zwischen Lefkas und dem Festland in südlicher Richtung zu fahren, um dort dann je nach Wind und Wellengang zu entscheiden, wie es weiter gehen soll.

Der Wind hat aber zunehmend aufgefrischt und wir haben entschieden, in östlicher Richtung nach Palairos abzudrehen und dort sicher zu ankern.

Mit dem Ankermanöver mussten wir unsere erste Prüfung bestehen! Platz war ja genug aber der Untergrund war so krautig, dass der Anker einfach nicht halten wollte. Wir haben den halben Seeboden rund um die Marina in Palairos umgepflügt 🙂 In den Furchen hätten wir glatt Kartoffeln stecken können 🙂 Letztendlich haben wir an die 50 Meter Ankerkette ausgelegt und die haben dann auch gehalten. Bernhard hat das mit der Schnorchelausrüstung kontrolliert:

Anker hält !

Dann aber flugs ins Wasser. War richtig warm und hat richtig gut getan 🙂 Nach dem Schwimmen waren die Vorbereitungen aufs Abendessen angesagt.

Die nächste Überraschung hat aber schon auf uns gewartet! Am Dingi (Beiboot) war die Backbordseite nicht ausreichend aufgepumpt. Ganz lasche Seitenwand 🙁 Nachdem wir so allerhand Stauräume und die Backskisten durchsucht hatten, haben wir doch noch eine Luftpumpe gefunden, mit der wir das Manko beheben konnten 🙂

Dann war aber alles klar zum Übersetzen an den Strand von Palairos, wo uns Silvia, unsere Gastwirtin von Donnerstag und Freitag, einen schönen Vierertisch direkt am Strand reserviert hatte.

Abgleich der Ergebnisse nach der ersten Photosession 🙂
Wir hatten ein sehr gutes Abendessen mit Nachtisch !

Zum genießen: Ein schöner Sonnenuntergang.

Beim Einsteigen in unser Dingi an der Gaststätte war es schon Nacht. Wir sind aber tatsächlich so elegant und gekonnt ins Wasser zurück gekommen, dass an den Tischen in der Taverne „tosender“ Applaus gegeben wurde 🙂 Wir haben das ja im letzten Jahr schon anders erlebt. Da wurden wir alle klatschnass 🙂

Wir sind heute zwar nur ca. 13 sm weit gekommen (mein GPS-Logger ist leider ausgestiegen, deshalb hier heute keine Tourenkarte), sind aber optimistisch, dass wir morgen toll segeln können.

12.9. bis 16.9.2022 Anreise nach Lefkas

Am 12.9.2022, gegen 09:00 Uhr, ging es mit dem Auto los in Richtung Ancona / Italien. Am ersten Tag haben wir 615 km geschafft und sind bis Pelegrina gekommen, wo wir in einem netten kleinen Hotel übernachten konnten.

Nach Ankunft erst mal Kaffee und Kaltgetränke !
Abendessen im Hotel.
Für Lothar etwas herzhafteres.

Am Dienstag dann weiter über Landstraßen in Richtung Ancona.

Zwischenstop in Riccione. Mittagessen und Strandinspektion 🙂

In Pesaro war es dann soweit, nach einer Unterkunft für die Nacht zu suchen. Schon beim ersten Anlauf hat alles gepasst. Ein nettes Hotel in Strandnähe.

Mittwoch: Ankunft im Fährhafen von Ancona. Um 10 Uhr eingecheckt und um 11:40 Uhr schon unterwegs auf unserem „ersten Törn“ quer über die Adria nach Griechenland 🙂

Gut eingeparkt !
Tatsächlich in diese Lücke reingekommen (Einweisung durch Fährpersonal) 🙂
Kaffee und Snacks auf der Fähre.
Donnerstagmorgen gegen 8 Uhr (Ortszeit Griechenland): Igoumenitsa in Sicht ! 🙂

Von Igoumenitsa weiter nach Palairos. Da war Lothar im vergangenen Jahr Olivenöl kaufen.

In Palairos an der Strandpromenade erst mal gemütlich einen griechischen Salat verdrückt und von Reise erholt.

Anschließend mit der Gastwirtin zwecks Unterkunft verhandelt. Sie hatte tatsächlich ein Appartement für uns für die nächsten 2 Tage frei 🙂

Tolles Appartement direkt über der Marina mit freiem Blick von unserer Terrasse auf das Ionische Meer 🙂
So können wir die Wartezeit bis Samstag, wo wir auf unsere Charteryacht einchecken, gut aushalten ! 🙂

Heimreise am 28./29.8.2022

Eine Zugfahrt, die ist lustig ! Ha, ha …

Nachdem ich ja schon auf der Fahrt nach Wilhelmshaven diverse Unannehmlichkeiten auszuhalten hatte (Zugausfall, überfüllte Bahn usw.), war auch die Rückfahrt von Flensburg nach Hause ein echtes Abenteuer.

Los ging es um 17:15 Uhr in Flensburg nach Hamburg. Das war noch ok, der Zug zwar gut gefüllt aber noch nicht hoffnungslos überfüllt. Im Zug habe ich noch sämtliche Zugfernverbindungen von Hamburg und von Rostock nach Stuttgart für die nächsten 3 Tage gecheckt. Es war kein freier Fahrradplatz mehr zu bekommen 🙁

Nach gut 2 Stunden Fahrt bin ich pünktlich um 19:17 Uhr in Hamburg angekommen 🙂 Mit einer Stunde und 4 Minuten Umsteigezeit war es auch kein Problem, den Anschlusszug um 20:21 Uhr in Hamburg auf anderem Gleis zu erreichen. Dank eines netten Helfers konnten wir mein Fahrrad mit dem ganzen Gepäck auch über dieTreppe zum Bahnsteig wuchten (Aufzug an dem Gleis war ausgefallen). Ich kam auch mit meinem Fahrrad rein und startete so um 20:21 Uhr in einem schon erheblich überfüllten Zug nach Schwerin.

Unterwegs hat mir noch ein Mitreisender den Tipp gegeben, schon in Schwerin-Süd auszusteigen, da mein Anschlusszug nach Wittenberge dort ebenfalls hält und ich so die Umsteigezeit (Schwerin: 13 Minuten) deutlich verlängern kann. Das hat auch mal gut geklappt. Mit dem Fahrrad konnte ich mich aber gerade noch so in den Zug quetschen. Um ein Haar hätte ich nicht mehr reingepasst.

Auch in Wittenberge habe ich trotz der knappen 9 Minuten Umsteigezeit den Anschlusszug nach Magdeburg noch erreicht und konnte mich um 23:07 Uhr auch in den noch rein quetschen.

In Magdeburg kam ich um 0:33 Uhr an. Weitergehen sollte es gut 3 1/2 Stunden später um 4:14 Uhr. Was tun solange? Siri hat mir in 2 km Entfernung vom Bahnhof eine 24 Stunden geöffnete Tankstelle ausgewiesen. Ich also mit dem Fahrrad dort hin und mich mit Kaffee und Multivitaminsaft versorgt 🙂

Zurück am Bahnhof habe ich mein Buch fertig gelesen (Fitzek: Fische, die auf Bäume klettern). Wie nicht anders zu erwarten, war der Anschlusszug zu dieser frühen Uhrzeit noch nicht so voll besetzt, so dass ich mit meinem Fahrrad unüblich viel Platz hatte 🙂

Eine Stunde später, um 5:14 Uhr, war ich in Halle, von wo aus es um 5:57 Uhr weiter ging nach Naumburg. Umsteigezeit in Halle: 43 Minuten – kein Problem. Im Zug nach Naumburg wieder kaum Platz. Mein Fahrrad nach „schwerem Kampf“ gerade noch so in den Zug reinbekommen.

Nach Naumburg waren es 33 Minuten Fahrtzeit. Ankunft dort um 6:30 Uhr, Umsteigen in 5 Minuten für die Weiterfahrt nach Nürnberg! Hat tatsächlich geklappt, da der Anschlusszug direkt am Nebengleis abfuhr.

Der Zug nach Nürnberg war nun aber völlig überfüllt. Ich musste mein gesamtes Gepäck vom Fahrrad abnehmen, damit es überhaupt noch reingepasst hat. Wir Radler hatten schon befürchtet, dass wir bei Kontrolle wieder aus dem Zug raus müssten. Kontrolle kam aber keine. Wäre gar nicht durchgekommen 🙂 So war ich über 3 1/2 Stunden in dem Zug „eingepfercht“ und konnte mich kaum rühren. Es war eine Tortur 🙁 Aber auch die Zeit geht mal vorüber und ich war froh, als ich endlich in Nürnberg mit 6 Minuten Verspätung aussteigen konnte. Wegen der Verspätung hat sich meine Umsteigezeit aber auf 14 Minuten verkürzt. Und das mit einem Gleiswechsel von 4 nach Gleis 18! Mit Aufzug fahren! Das hat nicht gereicht 🙁 Also nochmals 2 Stunden extra Wartezeit in Nürnberg 🙁

Abfahrt nach Waiblingen deshalb erst um 12:38 Uhr. Auch der Zug war gut befüllt. Glücklicherweise nicht so stark wie der Zug nach Nürnberg! Ankunft Waiblingen war um 14:57 Uhr, 6 Minuten verspätet.

Jetzt wäre noch Umsteigen nach Endersbach angesagt gewesen. Meine liebe Moni hat mir das aber erspart und mich in Waiblingen am Bahnhof abgeholt. Ich war zwischenzeitlich auch fix und alle 🙂 Aber glücklich, doch noch zu Hause angekommen zu sein 🙂

Bei der Ankunft in Waiblingen war ich insgesamt ab Flensburg ca. 21 Stunden 45 Minuten unterwegs. Reine Fahrtzeit waren davon ca. 13 Stunden, 20 Minuten.

In der Zeit bin ich 7 mal umgestiegen und habe in mehr als 120 Bahnhöfen gehalten. Es war kein Spaß 🙁

Zukünftig werde ich mich nach alternativen Transportmöglichkeiten umschauen (z.B. Flix-Bus …), bis die Bahn besser funktioniert und vielleicht auch irgendwann einmal Kundenbedürfnisse bei der Planung und Ausgestaltung des Zugverkehrs mit berücksichtigt. Ich finde es furchtbar, dass in den Fernverkehrszügen noch immer nur ein Bruchteil der Fahrradfahrer mitgenommen werden kann und dass z.B. über die DB-App noch immer keine Fahrradplätze gebucht werden können!

28.8.2022 – Dagebüll nach Flensburg

Abschluss meiner Tour. Ich habe Flensburg erreicht! Nach 106 km in 6 Stunden 28 Minuten Fahrtzeit bin ich am Bahnhof Flensburg angekommen.

Ich hatte mir überlegt, hier in Flensburg eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen und morgen eventuell noch eine Tagestour nach Kiel anzuhängen. Die Strecke bin ich aber schon gefahren und ich habe vor allem festgestellt, dass sämtliche Fernzüge – auch morgen – keine Fahrräder mehr mitnehmen. Fahrradplätze ausgebucht !!! Tolle Bahn 🙁 Zudem habe ich auch schon ein wenig Heimweh nach meiner Moni!

Da ich auch in den kommenden Tagen nicht mehr damit rechnen kann, einen brauchbaren Fernzug einschließlich Fahrradmitnahme zu bekommen, habe ich mich entschlossen, mich schon jetzt auf den Heimweg zu machen. Da kann ich mir das Hotel / die Pension sparen, wenn ich sowieso 1 1/2 Tage für die Rückreise benötige. So sitze ich jetzt schon (17:00 Uhr) im Regionalzug nach Hamburg, um die erste Teilstrecke zu absolvieren. Mit Glück werde ich morgen um 13 Uhr in Stuttgart sein.

Doch jetzt noch zu meiner Radtour heute.

Ich habe gut geschlafen. Die Pension war im Ortskern Dagebüll gelegen und ich hatte ja eine tolle Terasse und drumherum bereits dänisches Design.

Um 7 Uhr saß ich bereits beim Frühstück in dem Hotel in Dagebüll, an das meine Pension angeschlossen war. Nach reichlich Frühstück mit Ei, Speck, Honig, Brötchen, Met und Joghurt habe ich mich im 07:30 Uhr auf den Weg in Richtung Niebüll gemacht. Die Strecke war immer noch ziemlich monoton und die „Wegelagerer“ waren auch wieder da 🙂

Bereits um 8 Uhr habe ich mich nach 5,5 km gegen den Wind von der Nordsee verabschiedet. Ab hier ging es nun vorwiegend landeinwärts.

In Niebüll war nun auch erstmals Toender in Dänemark ausgeschildert. Bis dorthin hatte ich mit Rücken-, Seiten- und auch Gegenwind zu rechnen. Ab Toender sollte es überwiegend von hinten blasen 🙂

Die Strecke wurde nun auch zunehmend abwechslungsreicher.

Um 11:20 Uhr habe ich die Grenze nach Dänemark passiert. Kaum war ich am Grenzpfosten vorbei, hat es angefangen zu regnen 🙁 Zum Glück nur für ca. 10 Minuten leicht, so dass ich kaum recht nass geworden bin :-).

Zwischenzeitlich hatte ich schon 46 km auf dem Tacho. Hochgerechnet würde ich wohl über 100 km in Flensburg drauf haben 🙂

In Toender habe ich mich erst mal ordentlich verfahren, dann aber mit Hilfe des Handy-Navys wieder auf den richtigen Weg gefunden.

Viel Aufregendes gibt es von der Streckenführung in Dänemark nicht zu berichten! Viele gerade Strecken, bei denen man das Ende kaum sieht. Aber gute Straßenbeläge und vor allem: RÜCKENWIND 🙂

So war ich recht flux bei Flensburg wieder über die Grenze nach Deutschland zurückgekehrt.

Jetzt steht mir noch eine abenteuerliche Heimreise bevor. Ich werde Euch morgen davon berichten. Macht Euch schon auf Chaos bereit 🙂

Also, habt noch einen schönen Abend, bis bald

Lolle

27.8.2022 – Husum nach Dagebüll – eine Tortur

Um 8:20 Uhr war ich startklar und noch voller Optimismus, heute möglicherweise die Dänische Grenze im Norden zu erreichen.

Zunächst führte die Strecke überwiegend am Deich entlang bis Schobüll. Annähernd die gesamte Strecke frontal gegen den Wind. Ich hatte es gestern Abend ja schon befürchtet 🙁

Die Wegelagerer waren natürlich auch wieder da. Diesmal ging es ihnen aber an’s Fell 🙂

Um 9:20 Uhr hatte ich Schobüll erreicht. Tatsächlich hatte eine Strandbude geöffnet, wo ich einen Kaffee und einen superguten Apfelkuchen ergattern konnte 🙂

Und weiter ging es. Was soll ich sagen? Direkt gegen Windstärke 6 (hatte zugenommen) ungeschützt am Deich entlang 🙁

Nach 47 km gegen den Wind mit meist nur zwischen 8 und 11 km/h sind es noch 12 km bis Dagebüll (mein Mindestziel heute) und Hansa Rostock liegt gerade geben den Karlsruher SC mit 1:0 hinten 🙁 Der Wind pfeift mir permanent in den Ohren. Ich würde wahrscheinlich nicht mal das Handy klingeln hören.

Dann kommt auch noch eine Deichbaustelle, die nicht ausgeschildert war (zumindest nicht so, dass ich sie gesehen hätte; Absperrung: Fehlanzeige).

Ich muss zurück und die Strecke auf der Landstraße gegen den Wind wiederholen 🙁 und Hansa liegt jetzt schon 2:0 gegen den KSC hinten 🙁 Heute läuft aber so einiges daneben 🙂

Um 14:10 Uhr mache ich eine Pause am Hafen Schüttsiel. Es gibt dort keinen Kiosk oder ähnliches! 1 Hotelrestaurant hat geschlossene Gesellschaft. So langsam scheine ich an den Außenrand der Zivilisation zu kommen 🙂 Also Mittagessen = 1 Apfel von gestern 🙂 Auf dem Tacho stehen jetzt 51,7 km.

Noch 8 km bis Dagebüll. Ich kann euch sagen, die waren echt grausam! Der Wind wurde so stark, dass ich tatsächlich zwischendurch mal 500 Meter geschoben habe 🙁 Aber ich habe es doch nach insgesamt 60,5 km geschafft. In Dagebüll war auch gleich ein Imbiss und mit Heißhunger habe ich dort ein hervorragendes Bismark-Heringsbrötchen verschlungen 🙂

Den Campingplatz, der auf meiner Karte eingezeichnet war, gibt es nicht mehr oder hat es noch nie gegeben. Der nächste Campingplatz laut Google liegt schon in Dänemark. Soweit möchte ich heute aber nicht mehr fahren. Eigentlich möchte ich heute gar nicht mehr fahren 🙂

Der Imbisswirt konnte helfen. Er hat kurze zweimal telefoniert und schon hatte ich eine Pension im Ort für die kommende Nacht. 80 Euro mit Frühstück. Mir egal! Hätte jeden Preis bezahlt 🙂

Ist doch schnuckelig, nicht wahr? Und das ist meine Terasse:

Die Häuser im Hintergrund sehen schon ganz schön dänisch aus!

Soweit mein Bericht von heute. Jetzt noch die Fahrtstrecke:

60,5 km in 5 Stunden 3 Minuten Fahrzeit

Ich geh jetzt nochmals zu dem Imbiss und werde mir was leckeres einwerfen. Hansa hat übrigens 2:0 verloren 🙁 Schade!

Liebe Grüße euch allen und bis morgen

Lolle

26.8.2022 – Husum – relaxen und auftanken

Der Wetterbericht für heute sieht auch um 7:30 Uhr noch nicht besser aus. Regen ab 14 Uhr bis morgen früh 7 Uhr mit wenigen Unterbrechungen.

Mein Zelt steht ganz geschickt, der Campingplatz ist ganz ok, Duschen und sanitäre Anlagen sind sauber, also entschließe ich mich, heute einen Tag Pause einzulegen, Husum und Umgebung am Vormittag ein wenig zu erkunden und ansonsten für morgen aufzutanken. Nordwind ist angesagt und ich muss in Richtung Nord 🙁

Also ich aufs Fahrrad und ab in Richtung Husum Innenstadt. Dort ist ein kleiner Yachthafen und ich konnte mal sehen, wie die Yachten bei Ebbe „trocken fallen“.

Zum Vergleich: 4 Stunden später:

Erst mal Frühstück! Am Stadthafen ist eine große Bäckerei die früh öffnet und ich gönne mir einen Milchkaffee, 2 Lachsbrötchen und anschließend noch einen Milchkaffee 🙂

Ausblick von meinem Frühstücksplatz:

Nach dem Frühstück etwas Bewegung auf dem Fahrrad und die Innenstadt weiter erkundet. Dabei auch gleich Getränke für den Nachmittag, Abends und für die weitere Tour am nächsten Tag besorgt.

Marktplatz Husum

Mein Stefan hat mir gestern noch den Tipp gegeben, am Flugplatz Husum vorbeizuschauen und dort „Kilo Bravo“ zu bestellen. Das ist das beste Krabbenbrot mit Spiegelei! Dummerweise hat er Büsum geschrieben, nicht Husum. Das hab ich aber erst jetzt gemerkt 🙁

Ich war also noch in Husum am Flugplatz. Erst wollte man mich nicht reinlassen. Klar, ich war auch am Eingang zum Militärflughafen 🙂 300 Meter weiter dann der Zivilflugplatz.

Info vom Tower: Hier keine Gastronomie 🙁 Na ja, ich war aber wenigstens beschäftigt und unterwegs 🙂

Ach ja, auf dem Weg zum Flugplatz bin ich an einem Fahrradgeschäft vorbeigekommen. Meine Hinterachse ist etwas lädiert. Mein Händler in Stuttgart hatte die aber nicht da.

Ich also flugs in die Werkstatt und nachgefragt. Gestern hatte er noch eine, jetzt ist keine mehr da. Schade, hätte ich gleich richten lassen können. So muss ich halt hoffen, dass die Achse noch so lange hält.

Auf dem Rückweg zum Zeltplatz, am frühen Nachmittag, habe ich mir noch einen Milchkaffee und eine Pflaumenschnitte gegönnt und etwas später noch ein Bismark-Heringsbrötchen 🙂 Für heute Abend noch 2 Äpfel.

So bin ich heute immerhin auch gut 25 km rumgekommen.

Um 14:30 Uhr kam dann doch noch der Regen, obwohl die Wetterprognose zwischenzeitlich keinen Regen mehr vorhergesagt hat. Heute Nacht wird wohl noch was kommen, das sollte aber spätestens um 7 Uhr morgen früh vorbei sein. Dann sind auch wieder angenehmere Temperaturen vorhergesagt (22 – 23 Grad).

Hier noch meine Streckenführung von heute. War nicht viel aber gemütlich, kurzweilig und interessant.

Morgen dann wieder gegen den Wind. Aufbruch wahrscheinlich erst später gegen Mittag, wenn das Zelt abgetrocknet ist.

Euch allen einen schönen Abend, liebe Grüße

Lolle

Ach ja, mein Akku am Laptop geht zur Neige. Der Bericht morgen verspätet sich eventuell 🙁

25.8.2022 – Büsum nach Husum

Heute hatte ich wirklich Pech mit dem Wind. Es war aber zu erwarten. Der Wind blies mir überwiegend ins Gesicht. Wenigstens nicht so stark wie an den beiden letzten Tagen meiner Tour bis Wilhelmshaven.

Ansonsten gibt es heute gar nicht so viel Aufregendes zu berichten. Trotz des Gegenwinds und ganztags sengender Sonne auf freiem Gelände habe ich doch knapp über 94 km geradelt und bin bis Husum gekommen, wo ich genau um 17 Uhr am Campingplatz eingecheckt habe. Die Rezeption dort ist bis 17 Uhr geöffnet 🙂

Gestartet bin ich heute früh nach Zeltabbau um 08:15 Uhr, natürlich wieder mal ohne Kaffee 🙁

Die Strecke bis St. Peter Ording hatte ich teilweise noch etwas Rückenwind oder Seitenwind. Es war aber total eintönig und langweilig.

Keine Zivilisation in Sicht. Ab sofort wird Trinken rationiert 🙁

Dann endlich, das Eidersperrwerk kam nach gut 17 km in Sicht und die kleine Hoffnung, dass dort vielleicht ein Kiosk ist, wurde nicht enttäuscht.

Milchkaffee und Lachsbrötchen (und 2 Flaschen Apfelschorle gekauft!)

Und dann nach 37 km endlich St. Peter Ording erreicht 🙂

Ab hier ging es fast ausschließlich nur noch gegen den Wind 🙁 Aber ich war tapfer und habe tatsächlich nach weiteren – glücklicherweise nicht so eintönigen – gut 50 km Husum erreicht.

Da war es natürlich höchste Zeit für ein Fischbrötchen und Flüssigkeit !

Auf dem Campingplatz war dann sehr ausreichend Platz für mein kleines 2-Mann-Zelt und das Fahrrad 🙂

Und schon war mein Heim aufgebaut 🙂

Wie schon erwähnt, bin ich heute harte 94,1 km in 6 Stunden und 5 Minuten bei praller Sonne gefahren. Jetzt sitze ich im Schatten und schreibe diesen Tagesbericht. Nachher noch ein bisschen lesen und dann werde ich wohl tief und gut schlafen.

Hier noch die heutige Streckenführung:

Morgen soll es möglicherweise vereinzelt-, am Nachmittag ergiebiger regnen. Mal sehn wie es kommt.

Wünsche Euch allen noch einen schönen Abend, gute Nacht und bleibt gesund

Lolle