Tag 9: Olfen nach Schmedehausen

OlfenLodge war eine prima Unterkunft. Habe tatsächlich bis 7 Uhr geschlafen. Normalerweise wache ich die Tage zwischen 5 und 6 Uhr auf! Um 8 gabs gutes Frühstück mit Spiegelei, Wurst, Käse, Marmelade und sogar Zuckerrübengelee. Hatte ich vorher noch nie probiert. War ganz gut.

Beim Frühstück gabs auch noch ein wenig philosophisches von der Wirtin: „Tu alles, was Spaß macht. Was keinen Spaß macht, kommt ganz von alleine“ 🙂

Zudem hat sie mir erklärt, dass Olfen eine Hafenstadt sei und auch eine Hafenstraße hätte. Die Norddeutschen würden immer darüber schmunzeln. Ich konnte mich aber persönlich davon überzeugen, dass tatsächlich etwas außerhalb der Ortschaft ein Yachthafen, fast vollständig belegt, existiert!

Da ich bereits vor dem Frühstück gepackt und gesattelt hatte, konnte ich um 9 Uhr starten. Nach ca. 3 km tauchte schon das erste Problem auf: Weg war zu Ende 🙁

Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Ausweg !

Habe mich schlau gemacht und festgestellt, dass es hier zwei Dortmund-Ems-Kanäle gibt. Den ersten, heute „Alte Fahrt“ genannt, hat Kaiser Wilhelm veranlasst. Für die Schifffahrt wurde er aber irgendwann zu klein, so dass ein neuer Kanal errichtet wurde. In der Alten Fahrt liegt auch der Yachthafen von Olfen.

Yachthafen Olfen, im Hintergrund Einmündung in den Dortmund-Ems-Kanal

Es war heute ein sehr heißer Tag! Bis 11 Uhr war das Thermometer schon auf 27 Grad gestiegen. An jeder Brücke über den Kanal, unter der Schatten war, musste Pause eingelegt werden. Das Schweißtuch kam schon früh zum Einsatz 🙂

Auf dem Kanal sind ganz ordentliche Lastkähne unterwegs. Wenn ich mir vorstelle, deren Ladungen würden auch noch über die Straßen transportiert, kann ich mir leicht ausmalen, wie es dann noch schlimmer auf unseren Autobahnen zugehen würde!

Pause in der „Backsteinstadt“ Senden.

Die „Wegelagerer“ waren heute auch wieder unterwegs 🙂

Um 13 Uhr habe ich Münster erreicht. Es hatte nun schon 29 Grad !!! Die Durchfahrt durch Münster entlang des Dortmund-Ems-Kanals dauerte 1 1/2 Stunden. Habe aber auch jeden Schattenplatz für eine kurze Pause genutzt 🙂

Einen „Blinden Passagier“ habe ich auch lange mitgeschleppt !

Kurz hinter Münster habe ich mich um eine Unterkunft bemüht. Ein Zeltplatz war in meinem Tourführer leider weit und breit nicht zu finden. Aber eine Adresse einer Privatunterkunft in Schmedehausen (kennt kein Mensch 🙂 ). 35 Euro.

Das Zimmer passt zu mir:

Ich lebe ja auch aus den Koffern 🙂

Fernseher aus dem Koffer

Das Wasser kommt aus der Kanne 🙂

Hier zum Abschluss noch die „technischen Daten“ 🙂

Bin heute 70,8 km gefahren. Fahrzeit: 4 Std. 24 Minuten.

Schönen Abend Euch allen und bis morgen (Gewitter ab Nachmittag angesagt 🙁 ).

Tag 8: Moers – Olfen

Habe mich am Vorabend im Hotel Garni am Bahnhof Moers eingemietet. Speisesaal wurde gerade renoviert, so dass es kein Frühstück gab. Habe aber gut geschlafen und nachdem ich mein gesamtes Gepäck 2 Stockwerke nach unten geschleift – und mein Fahrrad startklar gemacht hatte, ging es schon um 6:30 Uhr auf die Piste.

Zunächst die Landstraße entlang mit gutem Fahrradweg nach Rheinberg und hinter Rheinberg wieder an den Rhein in Richtung Wesel.

Bei Wesel habe ich mich vom Rhein und dem Rheintalradweg verabschiedet. Ab hier ging es Richtung Osten in Richtung Dortmund-Ems-Kanal.

Rheinbrücke bei Wesel

Der „Einstieg“ in den Radweg am Dortmund-Ems-Kanal hatte ich bei Datteln geplant. Bis dahin wollte ich einfach „Querfeldein“ auf dem kürzesten Weg dorthin gelangen.

Unterwegs bin ich dann auf den Wesel-Datteln-Kanal gestoßen. Einen Teil der Strecke bis Datteln konnte ich so am Kanal entlang fahren.

Wesel-Datteln-Kanal

Datteln habe ich auf der Suche nach dem Einstieg in den Radweg am Dortmund-Ems-Kanal ganz gut kennengelernt 🙂 Da bin ich kreuz und quer durch den Ort gedüst, bis ich endlich den Radweg gefunden habe.

Hinter Datteln hatte die asphaltierte Piste schnell ein Ende und weiter ging es auf geschotterten Wegen, die mit entsprechender Vorsicht aber noch einigermaßen gut zu befahren waren. Zunächst ging es abseits des Kanals durchs Gelände in Richtung Olfen.

In Olfen bin ich dann in der OlfenLodge, direkt am Radweg, hängengeblieben. Die Lodge mit dem kleinen Biergarten und dem Minigolfplatz hat so einladend ausgesehen und ich hatte heute schon mehr als 98 km zurückgelegt, so dass ich mich hier eingemietet habe (habe das letzte Zimmer erwischt).

Zimmer mit direktem Zugang nach außen

Mit gutem WLAN kann ich so – auf mehrfache Bitte – meinen ersten Blog zu meiner Fahrradtour schreiben. Die Tage bisher trage ich bei Gelegenheit noch nach.

Insgesamt bin ich heute wieder gut vorwärts gekommen. Der Nordsee komme ich schon merklich näher 🙂 Hier noch die heutige Radstrecke:

Insgesamt 98,9 km bei 6:23 Std. Fahrtzeit

Fahrradtour 2022

In diesem Jahr möchte ich auf einem ganz anderen Weg aber erneut nach Rostock an der Ostsee radeln.

Von zu Hause in Aichwald möchte ich direkt in Neckarrems auf den Neckartalradweg einbiegen. Den Radweg möchte ich bis zur Mündung des Neckars in den Rhein fahren.

Dort dann weiter den Rhein abwärts über den Rheintalradweg bis Wesel.

Ab Wesel soll es dann ostwärts gehen (ca. 55 km) möglichst direkt bis nach Datteln zum „Einstieg“ in den Radweg entlang des Dortmund-Ems-Kanals.

Am Ende des Kanals geht es auf den Emsradweg, der mich bis Emden an der Nordsee führen soll.

Den Nordseeküstenradweg möchte ich ab Emden bis Cuxhaven an der Elbemündung radeln, wo ich mit der Fähre über die Elbe nach Brunsbüttel übersetzen kann.

Von Brunsbüttel bis Kiel führt der Nordostseekanal, den entlang ich auf den dortigen Radwegen fahren kann.

Den Ostseeküstenradweg ab Kiel bis Rostock bin ich schon zwei mal gefahren und freue mich aber auch auf ein drittes mal.

Am Ende der Radeltour möchte ich, je nach Zeit, 2-3 Tage in Rostock bleiben und von dort anschließend mit dem Zug wieder nach Hause fahren.

Insgesamt sind das ca. 1.850 km. Mal sehn, ob und wann ich in Rostock ankomme und ob das Wetter mitspielt 🙂