23.9.2021 Plataria nach Sagiada

Die Nacht blieb einigermaßen ruhig und der Wind hatte tatsächlich noch nach Nordost gedreht, so dass wir gut geschützt bei Plataria vor Anker lagen. Wir haben etwas länger geschlafen, der Tag zuvor war doch recht anstrengend 🙂
Unser heutiges Tagesziel sollte eine sehr gut geschützte Bucht ca. 5 Seemeilen nordwestlich von Sagiada sein. Also hieß es Abschied nehmen von Plataria.

Tschüß Plataria

Da der Wind weitgehend aus nördlicher Richtung kam, war an Segeln kaum zu denken. Aus diesem Grund war „Motoren“ angesagt. Schade!
So kam aber unsere Luise, die das Steuer souverän übernahm, endlich dazu, ihren Achter zu fahren. Wenn uns da jemand zugeschaut hat, dachte der sicherlich, wir hätten unser „Anlegebier“ für die nächsten Tage schon jetzt auf einmal geleert 🙂

Wir hatten aber schön Zeit und somit konnten solche „Extrarunden“ locker gefahren werden 🙂

Die Einfahrt in unsere geplante Ankerbucht musste vorsichtig gesteuert werden, da dort eine Fischzucht mit diversen großen Reußenanlagen im Fahrwasser lagen. Wir haben ja damit gerechnet, dass wir eine ziemlich verlassene Bucht antreffen würden. Doch weit gefehlt! Es lagen bereits 8 oder 9 Yachten vor Anker, so dass nur noch wenig Platz war.
Da unser Katamaran doch etwas zügiger und anders schwoit (um die Ankerkette in den Wind dreht), war es uns doch zu bedenklich, noch zusätzlich zwischen den Yachten zu ankern.
So blieb uns kaum mehr eine andere Möglichkeit, als die Bucht wieder in Richtung Sagiada (Plan B) zu verlassen. Dort ist genügend Platz um sicher und ungestört vor Anker zu gehen.
Es waren noch 5 Seemeilen, die wir ruckzuck gefahren sind.

Strecke am 23.9.2021

In Sagiada haben wir zur Sicherheit mal richtig viel Ankerkette „gesteckt“ (das heißt in unserer Sprache: ausgelegt 🙂 ), so dass wir dort sehr sicher und ruhig die Nacht verbringen konnten. Der Starkwind von gestern hat uns doch noch etwas in den Knochen gesteckt 🙂

Von Sagiada aus ist die Marina in Gouvia auf Korfu nur ca. 17 Seemeilen entfernt. in Gouvia müssen wir am nächsten Tag vor 18 Uhr anlegen. Der Vercharterer wartet dort dann schon auf die Rückkehr.

22.9.2021 Ligia nach Plataria

Es ist der Tag der Tage! Heute sind richtig Wind und Welle angesagt! Doch vorher noch ein Nachtrag zu gestern.

Anlauf Ligia:
Es ist nicht ganz einfach und unproblematisch. Der Anlauf auf die recht schmale Hafeneinfahrt in Ligia ist mit Untiefen (Steine und Felsen) „gepflastert“. Und was soll ich sagen: Tatsächlich sind wir beim Anlauf mit der Finne am steuerbordseitigen Ausleger des Katamarans an einem solchen Felsbrocken entlanggeschrappt. Das Geräusch, das dabei entsteht, ist meist schlimmer als die Wirkung. Sofortiges Aufstoppen und Rückwärtsfahren hat zumindest einen wesentlichen Schaden am Rumpf des Katamarans verhindert.
Ich muss zugeben, dass das mein Fehler war. Ich habe mich zu sehr auf das GPS und die hinterlegte Seekarte verlassen. Demnach hätten wir kein Problem haben dürfen. Ein genauerer Blick in mein mitgeführtes Hafenhandbuch hätte mich die Hafenzufahrt erheblich anders ansteuern lassen. Der Schreck war groß und ich habe wieder was gelernt.
Im Hafenbecken bin ich unter den Rumpf getaucht und habe mir den Schaden genauer betrachtet. Glücklicherweise war an der Finne – soweit erkennbar – nur der Algen- und Muchselbewuchs abgekratzt und bestenfalls eine kleine Macke am Material entstanden. Dem Vercharterer habe ich das bei unserer Rückkehr nach Gouvia am Freitag gleich „gebeichtet“. Auch nach Überprüfung durch den Taucher (obligatorisch bei jeder Yachtrückgabe) hat sich kein berechenbarer Schaden herausgestellt und wir haben die Sicherheitsleistung komplett zurückerhalten. Glück gehabt 🙂

Doch zu unserem Törn heute:
Wir sind noch mit Motor aus Ligia ausgelaufen (diesmal auf dem rechten Kurs) und haben uns Richtung offener See orientiert. Es dauerte nicht lange, da frischte der Wind auf und wir haben unsere Segel gesetzt. Es ging so eine zeitlang recht ordentlich voran. Gegen Mittag kamen dann schon deutliche Schaumkronen und der Wellengang wurde merklich höher. Der Wind stieg auf stellenweise über 15 Knoten. Es war Zeit, die Segel zu reffen (verkleinern). Wir wollten ja keinen Mastbruch riskieren. So haben wir das Großsegel bei schon sehr ordentlichem Wellengang gerefft und nicht lange danach auch das Focksegel deutlich verkleinert. Die Geschwindigkeit wurde nur wenig langsamer, da der Wind zunehmend stärker wurde.

Zwischenzeitlich waren die Wellen bereits auf teilweise über 3 Meter angewachsen. Unser Katamaran hat nun schon des öfteren mit dem Bug so in See gestochen, dass Gischt und Wellen über das Boot schwappten und uns eine deutliche Salzschicht auf Deck zurückblieb. Stefan hat tapfer gesteuert. Luise hatte sichtlich Freude an der Action 🙂 und Monika wurde es immer flauer 🙁 Am Nachmittag wurde es noch etwas härter und wir entschlossen uns, die Segel zu streichen und die weitere Strecke zu motoren. Die nächste Anlege- bzw. Ankermöglichkeit war Syvota. Aber schon von weitem war zu erkennen, dass sich dort die Yachten ziemlich drängten. Die Buchten dort kannte ich auch noch nicht, weshalb ich einen Anlauf dort bei den Bedingungen lieber vermieden habe, zumal zeitlich als Alternative Plataria auch noch vor Eintritt der Dunkelheit erreichbar war. Der Wind sollte Spätabends auf nordöstliche Richtung drehen, so dass ich dort eine sichere Anlege- oder Ankermöglichkeit erwarten konnte.

Tatsächlich haben wir Plataria auch noch kurz vor Sonnenuntergang erreicht. Dort blies der Wind aber noch mit 18 bis 21 Knoten, so dass wir keine Lust hatten, bei den Bedingungen in die dortige Marina einzulaufen und möglicherweise anzulegen. Stattdessen haben wir in Strandnähe den Anker geworfen, der glücklicherweise auch gleich beim ersten Versuch richtig gut gehalten hat. Nach gut zwei Stunden und langsam etwas nachlassendem Wind konnten wir dann auch unseren „Wachdienst“ beenden. Mit dem Dingi vom Boot zu gehen war aber bei dem Wellengang immer noch nicht drin. Abendessen war deshalb auf dem Schiff.

In der Bucht von Plataria lassen die Schaumkronen und der Wellengang nach !
Plataria
Nach „hartem Kampf“ 🙂

Das war heute schon ein harter „Ritt“ auf den Wellen, der die Seetüchtigkeit der Crew mal richtig ausgetestet hat 🙂
In der Nacht soll der Wind deutlich nachlassen. Gegen Mitternacht war es auch schon viel moderater. Wir freuen uns schon auf den nächsten Tag. Mal sehn, wohin der Wind uns dann bläst 🙂

21.9.2021 Ormos Fanari nach Ligia

Heute soll es nach Lygia, ca. 8 sm südlich von Ormos Fanari, gehen. Klar war, dass heute kaum segelbarer Wind zu finden ist. Also gemütlich nach Lygia, weil dort besonders gute Anlegemöglichkeiten (seitlich am Kai) sind. So können wir die zu erwartende Nacht mit Starkwind gut abwettern.

Aber erst noch ein Nachtrag zu gestern. Wir sind ja abends noch mit unserem Dingi-Taxi nach Ormos Fanari gedüst. Also alles in den wasserdichten Seesack und ab ins Dingi. Anlegen am Sandstrand. Blöde, dass wir wegen des Tiefgangs des Dingi noch im Wasser aussteigen mussten. Aber zunächst kein Problem, Schuhe aus und ab über die Bordwand ins Wasser. Dann kamen die Wellen ! Und schwupp, war die erste schon ins Dingi geschlagen. Luise, Stefan und Moni waren noch im Boot. Moni ist auf dem Boden gelandet und hat dort einen kräftigen Schluck Meerwasser genommen. Sie meinte später, sie wäre fast im Boot ersoffen 🙂 Auf alle Fälle waren wir doch recht naß geworden. Zum Glück war es warm und die Stühle in dem sehr guten Restaurant waren aus Bast und Nässe hat ihnen nicht geschadet 🙂 Was haben wir über uns selbst gelacht 🙂

Wir hatten ein super Essen und sind dann – schon etwas getrocknet – wieder zum Strand zu unserem Dingi. Dort erst mal wieder das Boot ins Wasser bringen – wieder nasse Beine und Hosen. Dann die Ersten ins Dingi rein, Lothar hat quer zum Strand geschoben – war wohl etwas desorientiert – und schon war der erste Wasserschwall wieder ins Boot geschlagen. Moni schon wieder fast ersoffen. Letztendlich sind wir alle rein gekommen, schnell zur Yacht gedüst – dank unserem überragenden Dingi-Fahrer Stefan – und haben uns hier erst mal wieder abgetrocknet und trocken angezogen. Das ganze Abenteuer hat uns noch bis spät in der Nacht immer wieder zum Lachen gebracht 🙂 Es war ein aufregender aber toller Abend !

Heute früh war noch Einkaufen in Ormos Fanari geplant. Aber sicher nicht mit dem Dingi an den Strand! In der Bucht mündet der Acharon (Fluß in die Unterwelt – griechische Sage) ins Meer. Stefan und ich sind also mit dem Dingi in die Flußmündung und den Fluß aufwärts gefahren. Schon nach ca. 200 Metern haben wir das Dorf mit allerbesten Anlegemöglichkeiten erreicht. Der Umweg wäre gestern Abend sicherlich nicht schlecht gewesen.

Beste Anlegemöglichkeiten !
Acharon mit der Mündung ins Ionische Meert

Nach dem Einkauf haben wir den Motor angeworfen und sind in Richtung Ligia aus der Bucht ausgelaufen. Tatsächlich war nur sehr schwacher Wind und Segeln hätte keinen Sinn und keinen Spaß gemacht. Es war aber schönes Wetter und wir haben die Fahrt nach Ligia genossen.

Es waren insgesamt heute nur gerade einmal gut 8 sm ! Unserer guten Laune hat das aber keinen Abbruch getan.

In Ligia konnten wir tatsächlich seitlich am Kai anlegen und sind dort vor Wind und Sturm geschützt.

Hafeneinfahrt Ligia
Am Ende der Kaimauer sicher vertäut

Die Hafentaverne hat uns zum Abendessen eingeladen. Es gibt lecker Tsatsiki, gemischten Salat, Oktopus, Tintenfisch, griechischer Joghurt mit Honig und Ouzo. Alles lecker und günstig.

Hafentaverne Ligia

Jetzt sitzen wir noch auf unserer „Eleven“ und freuen uns zufrieden auf morgen. Angesagt ist auf alle Fälle Richtung Norden. Hoffentlich segeln. Es sieht bisher aber gut aus!

20.9.2021 Sagiada nach Ormos Fanari

Vor dem heutigen Start war erst mal SUPpen angesagt. Unser Makler hat uns noch ein SUP in die Charter mit reinverhandelt und heute waren Stefan und Luise mit ausgiebigen Tests dran. Das haben die beiden gut hinbekommen!

Bis eine Monsterwelle kam und Luise vom SUP gefegt hat 🙂

Leider war heute nur Wind aus südlichen Richtungen. Genau von vorne sozusagen. Deshalb mussten wir ziemlich viel „motoren“. Zwischendurch konnten wir uns aber knapp 2 Stunden unter Segeln austoben !

Insgesamt sind wir heute über 37 Seemeilen weit gekommen und bis zu einer unserer Lieblingsbuchten, Ormos Fanari, gekommen. Die Bucht hat einen tollen Sandstrand und ist gut geschützt. Unser Anker liegt supergut und wir freuen uns jetzt schon auf das Abendessen.

Stefan ist schon im Taxi und wartet auf uns 🙂 (für Jörg: Yamaha Außenborder, 6 PS).

Hier noch ein Eindruck von unserem Ankerplatz und die heutige Strecke.

19.9.2021 Segeln von Gouvia nach Sagiada

Jetzt gehts los! Morgens noch schnell in der Marina Gouvia frisch geduscht und Kaffee und eine Kleinigkeit auf der Yacht gefrühstückt! Gegen 09:30 Uhr aber schnell den Vercharterer verständigt, dass wir jetzt auslaufen möchten. Neuerdings lassen die Vercharterer die Freizeitkapitäne nicht mehr selbst aus der Marina rangieren. War wohl einiges schief gegangen. Also kam 10 Minuten später ein junger Angestellter des Vercharterers und steuerte unseren Katamaran Lagoon, Name „Eleven“ sicher bis zur Tankstelle an der Marinaausfahrt. Das hätte ich auch selbst hingebracht 🙂 An der Tankstelle habe ich das Steuer übernommen und der Angestellte ist abgesprungen! Hat die Kaimauer getroffen 🙂 und ist gut gelandet !

Wir sind nicht allzuweit mit dem Motor gefahren, als der Wind auf ca. 10 Knoten zugelegt hat. Also schleunigst Segel hoch und raus und Motor abstellen. Hauptsache Segeln ! Ein kleines zweites Frühstück war natürlich obligatorisch.

Wir sind heute toll gesegelt. Insgesamt mehr als 28 Seemeilen. Wind zwischen knapp 10 und 16 Knoten. Allerdings ziemlich genau aus Süd, so dass wir in diese Richtung nicht gerade weit vorangekommen sind.

Aber wir haben Sagiada locker erreichen können und sind dort vor Anker gegangen. Beim 4. Versuch hat der Anker auch gehalten und das erste Anlegebier war fällig.

Taxi ist da !

Gegen Abend sind wir mit dem Dingi (Fahrer Stefan) in den Hafen gefahren, haben direkt am Gästetisch der Taverne angelegt und sehr lecker Fisch gegessen (siehe Schlauchboot im Hintergrund).

Es war ein toller Tag mit einem wirklich schönen Abschluss und wir freuen uns schon auf morgen.

18.9.2021 Anreise nach Korfu

Ein schwerer und vor allem langer Tag. Morgens um 3 Uhr aufstehen! Um 4 Uhr gemeinsam mit Luise im Taxi zum Flughafen, einchecken und ab in den Flieger. Wir sitzen alle drei kreuz und quer im Flieger, beieinander war nicht mehr möglich. Der Flieger war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Na ja, es sind ja nur 1 Stunde 45 Minuten Flugzeit.

Stefan war ja schon am Vortag auf Korfu angekommen. Die Fähre legte in Korfu aber nur so kurz an, dass es ihm nicht mehr raus reichte! So musste er weiter mit nach Igoumenitsa und von dort mit der nächsten Inselfähre wieder zurück nach Korfu. Er war aber nicht der einzige, dem das so erging.

Wir waren um 10:30 Uhr in der Marine, klar, die Yacht zu übernehmen. Leider war diese erst um ca. 16 Uhr fertig. Solange haben wir uns in der Marina rumdrücken müssen und die Langeweile absitzen. Danach hat es sich nicht mehr gelohnt, noch abzulegen. Den Start haben wir deshalb, wie in den letzten Jahren schon, auf den Sonntagmorgen verlegt. Wir waren auch ziemlich fertig und froh, rechtzeitig in den Kojen zu liegen.

Tag 13: Alt Sammit nach Warnemünde

Heute, Freitag der 30.7.2021, ist der letzte Tag meiner Radtour. Meine Hauswirtin, die mich schon gestern mit Kuchen und Bockwurst gemästet hatte, hat mir ein üppiges Frühstück vorbereitet. So gestärkt konnte es um kurz vor 8 Uhr losgehen.
Zunächst war Güstrow als Zwischenziel angepeilt.
Die gesamte Strecke heute bis Warnemünde ist sehr gut ausgeschildert. Da waren sogar Wegweiser an Stellen vorhanden, an denen gar keine Abzweigung möglich war. Ich fuhr heute fast ausschließlich auf Radwegen in super Zustand.

Erste Pause war am Inselsee in Schabernack. Ja, der Ort heisst tatsächlich so 🙂 20 km standen zu dem Zeitpunkt auf dem Tageskilometerzähler. Und ich hatte mich noch nicht ein mal verfahren 🙂

Heute läuft ja der „Fischbrötchenturbo“ mit. Deshalb war Güstrow auch schnell erreicht. Güstrow sollte man sich auch mal in Ruhe anschauen. Eine nette kleine Innenstadt mit viel Leben. Da war gerade eine evangelische Jugendgruppe in Aktion:

Die haben mir ein Herz geschenkt 🙂

In Güstrow habe ich den Radweg Berlin – Kopenhagen verlassen. Ich wollte in Hohen Sprenz und in Schwaan noch Verwandte und Freunde besuchen. Die Strecke führte dann nur noch in kleinen Teilen über Radwege. Der Rest waren Landstraßen.
In Schwaan bog ich wieder auf den Berlin – Kopenhagen ein und erreichte Rostock schon gegen 16 Uhr bei herrlichem Wetter.

Schwanenteich in Rostock – Reutershagen

Nach dem Einchecken bei unseren Freunden in Rostock – Reutershagen musste meine Tour aber natürlich noch mit dem Fischbrötchen in Warnemünde abgeschlossen werden. Bis dorthin waren es noch 11 km die jetzt ohne Gepäck flux abgestrampelt waren.

Ein mal Bismarkhering, ein mal Butterfisch 🙂
Ein toller Abschluss. Die Mühe hat sich gelohnt 🙂

Insgesamt bin ich heute bis zum Heringsbrötchen 81,5 km gefahren. Es waren wieder 274 Höhenmeter. Also alles gar nicht so flach und eben 🙂

Es waren tolle 13 Tage. Unterwegs habe ich viele interessante Begegnungen und Gespräche gehabt. Schade, dass die Tour schon vorüber ist! Ich hatte aber auch echtes Wetterglück. Bis auf wenige ganz kurze Ausnahmen hat immer die Sonne gelacht. Auch was das Thema Unterkünfte und Übernachtungen betrifft, hat letztendlich alles prima funktioniert. Da hatte ich fast mehr Probleme erwartet. Schließlich ist ja Ferienzeit.
Insgesamt bin ich nun 1.135,4 km gefahren. So viel wie noch nie am Stück. Von Pannen und Platten bin ich auch verschont geblieben. Würde ich glatt wieder mal machen. Mal sehn, wo mich meine nächste Tour hinführen wird.
Jetzt bleibe ich noch einige Tage hier an der Ostsee und lasse es mir gut gehen.
Meine Monika konnten wir (unsere Freunde in Rostock und ich) noch überreden, doch einfach mit dem Auto nachzukommen.

Falls jemand die Tour ebenfalls fahren möchte, kann ich gerne ein paar Tipps dazu geben. Gegebenenfalls einfach melden.
Das ist jetzt mein letzter Tagesbericht zu der Fahrradtour. Mir hat es Spaß gemacht und ich hoffe, Ihr hattet auch etwas Freude dabei.

Im September geht es nach Griechenland zum Segeln. Vielleicht wollt ihr da auch mal gelegentlich in meinen Lolleblog reinschauen. Ich werde wieder über WhatsApp – Status verlinken.

Euch allen weiterhin eine gute Zeit, viele Grüße und bleibt gesund!

Lothar

Tag 12: Federow nach Alt Sammit

Heute früh ging es gleich gut los! Frühstück um 07:50 Uhr, um 08:17 Uhr war ich abfahrtbereit und startete sogleich los.
Gestern war ich ja fast durchgängig auf Straßen unterwegs. Lediglich die letzten knapp 2 km bis zur Unterkunft in Federow waren guter Radweg. Ich fuhr also los, gleich weiter auf gutem Radweg und was soll ich euch sagen: mit Rückenwind ! Nach ca. knapp 2 km kam ich an eine Eisenbahnunterführung, die mir bekannt vorkam. Ich war in die falsche Richtung gestartet 🙂 Ja, lacht nur ! Ich habe mich über mich selbst amüsiert 🙂 Im Grunde hätte ich ja gleich merken müssen, dass da was nicht stimmt: Rückenwind! Also schnell umgedreht und die Strecke zurückgeradelt um bei km 3,6 auf dem Tacho wieder neu zu beginnen 🙂
Heute bin ich insgesamt etwas weniger gefahren. Es waren 71,3 km bei 294 Höhenmetern. Hier die Strecke:

Ich war im Gegensatz zu gestern fast ausschließlich auf Fahrradwegen unterwegs. Zwei Teilstücke waren aber etwas versandet, so dass man höllisch aufpassen musste, dass man sich nicht mit den Reifen versenkt. Sonst war die Strecke aber wieder sehr gut bis auf die ständigen Steigungen und Gefälle. Aber auch die waren heute nicht so extrem wie gestern. Je weiter ich auf dem Radweg Berlin – Kopenhagen komme, je besser scheint auch die Beschilderung zu werden. Da ist zwar noch deutlich Luft nach obern, aber so einigermaßen ist es erträglich.

Erste Zwischenstation war Waren an der Müritz. Das Wetter hatte sich bis dahin aber doch erheblich eingetrübt und in Waren selbst habe ich noch einige wenige Regentropfen abbekommen. Die Regenjacke war schnell ausgepackt und es konnte weiter gehen.

An den Fähnchen kann man gut die Windstärke erkennen 🙂

Noch in Waren war ich beim Supermarkt, um Getränke aufzufüllen. Da stand doch schon ein Erdbeerwagen von Karls aus Rövershagen an der Ostsee vor dem Eingang! So langsam mehren sich die Zeichen, dass ich bald am Ziel meiner Tour sein werde 🙂

Übrigens wurde das Wetter deutlich schöner, nachdem ich meine Regenjacke angezogen hatte. Nach ca. 5 km konnte ich diese wieder ausziehen. Es wurde zunehmend sonniger und wärmer, die Radwege waren auch weiterhin ganz passabel. Wirklich ebene Teilstücke blieben aber rar.

So wie abgebildet, verlief der größte Teil der Strecke bis nach Krakow am See.

Bis Güstrow wären es nun noch gut 20 km gewesen. Bevor ich das noch in Angriff nahm, habe ich mal über Booking geschaut, wie es dort mit Zimmern aussieht. Ergebnis: Miserabel. 1 Hotel, mehr nicht. Zimmer für 114,- Euro. Aber ca. 3 km außerhalb Krakows in Alt Sammit, an dem Radwegsverlauf Richtung Güstrow gelegen, war ein Appartement für 52,- Euro zu haben. Habe ich sofort gebucht. Was mich dort erwartete, seht ihr nachfolgend:

Das Dachgeschoss bewohne ich!
Wohnzimmer mit Küche (rechts separat) und Balkon. Das Schlafzimmer mit dem Bad sind genauso groß 🙂

Die Hausherrin hat mir gleich mal Kaffee und Kuchen hingestellt. Den Kuchen macht sie selbst auch auf Bestellung für den halben Ort 🙂

Sie war zudem der Meinung, dass ich noch ein weiteres Stück vertragen könne. Das habe ich aus Anstand natürlich auch noch vernichtet 🙂 Wollte ja niemanden enttäuschen 🙂

Für heute Abend ist schon Bockwurst mit Kartoffelsalat für mich in Vorbereitung. Bin mal gespannt, wie das schmeckt. Sicher wird das gut und so muss ich auch nicht mehr aus dem Haus.
Bin schon gespannt, ob ich morgen möglicherweise schon in Rostock ankomme. Ein wenig Wehmut quält mich, da dann ja die schönen Tourtage vorüber sind. Auf der anderen Seite freue ich mich aber, gute Freunde wieder zu sehen und Heringsbrötchen zu vernaschen 🙂

Wünsche allen einen schönen Abend.
Tschüss bis morgen.
Lothar

Tag 11: Fürstenberg nach Federow

Bin heute schon um 05:30 Uhr in meiner schnuckeligen Radlerhütte aufgewacht! Ich habe aber gut geschlafen und war fit für den Tag. Um 06:50 Uhr war ich abfahrtbereit.
Regenprognose: Regen ab 8 Uhr bis 10 Uhr mit 80, 60, 60% Wahrscheinlichkeit.
Als ich um 06:55 Uhr abfahren wollte, fing es gerade mit regnen an! Regenprognose jetzt: 7 Uhr bis 10 Uhr mit 70, 80, 60, 60% 🙁
Habe also meine Regenjacke rausgefummelt und bin um 07:05 Uhr gestartet.
Insgesamt bin ich heute 93,5 km bei 484 Höhenmetern gefahren.

Ja, ihr habt richtig gelesen. So wie es gestern aufgehört hat, hat es heute NICHT angefangen. Anstatt weitgehend ebene Streckenabschnitte bin ich heute die gesamte Strecke entweder bergauf oder bergab gefahren. Ebenerdig ging es so gut wie nie! Daher auch die doch üppigen Höhenmeter.
Auf diesen knapp 90 km (die restlichen km sind vom Verfahren und wieder Umkehren müssen:-( ) war so gut wie kein Radweg zu befahren. Lediglich wenige kleine Teilstücke waren als Fahrradweg gerichtet. Ansonsten Orts-, Kreis- und Landstraßen sowie Trampelpfade im Wald. Besonders ärgerlich ist aus meiner Sicht, dass die Ausschilderung sehr zu wünschen übrig lässt. Ich habe das deutlich üppiger in Erinnerung. Wahrscheinlich sind einige Schilder abhanden gekommen oder beschädigt worden und kein Mensch schaut mehr danach! Typisch 🙁 und ärgerlich! Aber die Landschaft war die ganze Zeit wirklich sehr schön.

In Wesenberg, so gegen 11:30 Uhr, konnte ich meine Regenjacke wieder ausziehen und einpacken. Das wäre schon eine Stunde vorher gegangen, dann wäre die auch nicht an den Innenseiten feuchter geworden als an den Außenseiten 🙂
Bin ich nicht ein Glückskind? So gut wie keinen Regen abbekommen und am Nachmittag schönster Sonnenschein !

Um 13 Uhr war ich in Granzin und bin dort in das Restaurant Havelkrug eingekehrt. Mein Fahrrad hatte ich neben anderen auf der Wiese vor der Terrasse abgestellt. Als mir ein Tisch etwas abseits zugewiesen wurde, wollte ich mein Fahrrad mit dem ganzen Gepäck umstellen, um es vom Tisch aus besser sehen zu können. Darauf die Bedienung: „Lass es ruhig da stehen, wir sind hier in Mecklenburg-Vorpommern“. Ist das nicht klasse?

Zimmersuche:
Ja, die gestaltete sich wieder einmal etwas kompliziert. Ich habe, nachdem ich ca. 60 km auf dem Tacho hatte, mal über Booking nachgeschaut, was denn so an Zimmern auf meiner Strecke bis etwa Waren / Müritz verfügbar ist. Angeboten wurden 3 Hotelzimmer. Das günstigste für 199,- Euro, das teuerste für 489,- Euro die Nacht! Mehr war nicht! Ab da habe ich bei jedem Hotel und jeder Pension sowie privaten Zimmervermietungen angehalten und nach einer Übernachtungsmöglichkeit gefragt. Alles belegt! Mehr als 30 km ging das so (insgesamt 5 Anfragen). Erst hier in Federow bin ich fündig geworden. Hier gibt es zwar keinen Fernseher im Zimmer und die Telefon- und Internetverbindung ist auch nicht gerade salonfähig, aber es ist ein schnuckeliges Zimmer zu einem guten Preis auf dem Bauernhof mit Gastronomie. Schaut selbst:

Morgen könnte es etwas starkwindig werden. Der Wind kommt dann bestimmt wieder von vorne 🙂 Ich habe noch ca. 10 km bis Waren / Müritz. Mal sehn, wie weit ich komme. Auf alle Fälle kann ich morgen Abend mit hoher Sicherheit sagen, wann mein erstes Fischbrötchen an der Ostsee fällig ist 🙂
Bis morgen, liebe Grüße
Lothar

Tag 10: Oranienburg nach Fürstenberg

Heute war ein sehr schöner Tag !
Hier meine Fahrstrecke auf dem Fernradweg Berlin – Kopenhagen:

83,3 km bei 129 Höhenmetern

Die Strecke bis Fürstenberg war heute wirklich superschön zu fahren.
Um etwa 07:45 Uhr bin ich in Oranienburg ab der Pension gestartet. Da es dort kein Frühstück gab, orientierte ich mich erstmal in Richtung Innenstadt, wo ich bei einem Bäcker Milchkaffee und eine feine Käse-Mandarinen-Schnitte verdrückte 🙂
Also so richtig los ging es erst gegen 08:35 Uhr. Der Fernradweg führte zunächst ca. 2 km an der Havel entlang. Die Sonne brezelte schon ziemlich stark!

Glücklicherweise ging es aber gleich anschließend lange durch angenehm schattigen Wald. Das auf hervorragenden Radwegen und fast völlig einsam und alleine 🙂 So wie ich es gerne habe !

Eine erste Pause habe ich nach 19,7 Kilometern gemacht. Kaum hatte ich das folgende Selfie geschossen, wurde ich von einer Horde überfallen. Schnaken, die offensichtlich ganz dringend eine Bluttransfusion benötigten. Da bin ich schnell verduftet und habe ein paar hundert Meter weiter am Ortseingang von Liebenwalde meine Pause eingelegt. Da war auch eine Bank für mich 🙂

Nach ingesamt 38,5 km habe ich um ca. 11:15 Zehdenick erreicht und mich dort mit 1,5 Litern Multivitaminsaft versorgt. Meine Getränkevorräte sind schon gestern Abend aufgebraucht gewesen. 2 halbe Liter habe ich in meine Trinkflaschen zur Bevorratung gefüllt, einen halben Liter habe ich gleich verbraucht 🙂
Weiter ging die Fahrt, immer noch auf wirklich hervorragenden Radwegen.

Nach insgesamt 46 km kam ich an ein altes Ziegeleiwerk, das als Museum hergerichtet war.

Habe mich dort erst mal mit einer Flasche Vitamalz und einem leckeren Kaffee versorgt 🙂

Die folgenden ca. 17 km verlaufen immer wieder einmal auch über Kreis- und sonstige Nebenstraßen, die aber sehr wenig Verkehr hatten. Es waren auch einige Waldwege und vor allem auch Fahrradstraßen dabei. Die Fahrbahn war immer gut ! Wurzelschwellen, wie ich sie schon zu Haufe erlebt habe, waren heute eine absolute Seltenheit. Ca. 2 km vor Bredereiche war dann aber doch noch ein kurzes „Muskelaufbautraining“ fällig 🙂 Da war doch tatsächlich eine ca. 300 Meter lange Steigung, bei der ich in die kleinen Gänge zurückschalten musste 🙂
Übigens habe ich gestern und heute bestimmt an die 100 mal kontrolliert, ob mein Geldbeutel noch da ist 🙂 (siehe Tagesbericht vorgestern).
Nach 74 km Fahrtstrecke erreicht ich Himmelpfort mit dem speziellen Postamt für Weihnachtspost an den Nikolaus und an das Christkind. Ein Verein dort beantwortet ja alle Anschreiben von Kindern persönlich ! 🙂 Tolle Sache !

Nach gut 80 km kam ich nach Fürstenberg. Heutiger Zielort. Die nächste größere Stadt ist mir zu weit und so habe ich mich hier nach einer Unterkunft umgeschaut. Bei der dritten Adresse hing ein Zettel an der Tür, dass alle Zimmer belegt sind und man solle sich bitte an das Touristikamt wenden. Die Telefonnummer war auch angegeben.
Da meine bisher drei Versuche bei der Zimmersuche alle erfolglos verliefen, rief ich beim Touristikamt an. Dort hat man mir nett zu verstehen gegeben, dass in ganz Fürstenberg keine Zimmer mehr frei wären!
Die nette Angestellte gab mir aber noch eine Telefonnummer und Adresse, bei der ich es versuchen könnte. Der hätte sogenannte Radlerhütten.
Hab ich natürlich sofort angerufen und mich mit Michael Jonas bei den Hütten verabredet. Er heißt Michael, hat er mich begrüßt. Er hätte auch noch frei, ich müsse nur einen Schlafsack dabei haben. 15 Euro! Es handelt sich um drei Holzhütten, jeweils mit Schlafgelegenheit und eine Hütte mit gemeinsamer Dusche, Toilette und Waschbecken. Geduscht habe ich zwischenzeitlich und kann sagen, die Dusche ist einwandfrei! Also ich habe mangels anderer Alternativen sofort zugesagt und eine Hütte in Beschlag genommen. Danach habe ich mich im Supermarkt und in der Apotheke mit „Anti-Brumm“, Getränken und Sandwiches versorgt und jetzt sitze ich an einem Holztisch mit Bänken, die zwischen den Hütten aufgebaut sind, und schreibe den vorliegenden Tagesbericht 🙂

Leute, es geht mir saugut und ich freue mich schon auf morgen. Laut Wetterbericht besteht nur am Vormittag für ca. 3 Stunden Regenwahrscheinlichkeit. Vielleicht verschwindet die aber heute in den nächsten Stunden auch noch 🙂
Lasst es Euch auch gut gehen und bleibt gesund, bis morgen
Lothar